Es gibt in Deutschland sehr viele wichtige Feste. Um die wichtigsten von ihnen zu nennen und zeigen, welche Rolle sie für die deutschen Kinder spielen, schlage ich vor, diese kurze Geschichte von Rolf Krenzer zu lesen:

Sandra und Thomas streiten sich über die wichtigsten Feste im Jahr. "Am allerwichtigsten ist Weihnachten!" sagt San­dra. "Schon wegen der Weihnachtsgeschenke."

"Geburtstag ist genauso wichtig!" ruft Thomas und denkt dabei daran, dass er nächste Woche Geburtstag hat. Der große Wunschzettel liegt bereits auf Papas Schreibtisch.

"Gut, Weihnachten und Geburtstag sind gleich wichtig!" stimmt Sandra zu. "Und dann kommt Ostern!" sagt Tho­mas.

"Ja, Ostern ist auch ganz schön wichtig!" meint Sandra, denn die bunten Ostereier isst sie ganz besonders gern. Danach einigen sich die Kinder noch darauf, dass der Niko­laustag und das Martinsfest auch wichtige Feste sind. Be­sonders deshalb, weil sie mitten im Winter gefeiert werden und weil sie etwas Geheimnisvolles haben. Thomas erin­nert sich auch an die schöne Laterne, die er für den Martinsumzug gebastelt hat.

"Erntedankfest!" schlägt Sandra noch vor.

"Ja, das ist auch ganz schön wichtig!" meint Thomas.

"Aber nicht so wichtig wie Geburtstag, Weihnachten und Ostern."

"Und wie ist es mit Pfingsten?" fragt die Mutter, die auf­merksam ihren Kindern zugehört hat. "Ja, Pfingsten ist eigentlich nicht so wichtig!" stellt Thomas fest, nachdem er eine Weile nachgedacht hat.

"Nein, Pfingsten ist nicht so wichtig!" fügt Sandra hinzu.

"Da gibt es noch nicht einmal lange Ferien!"

"Das stimmt!" sagt Thomas, der bereits zur Schule geht.

"Die Osterferien und Weihnachtsferien sind viel länger!"

Die Mutter lacht. Dann sagt sie: "Ohne Pfingsten gäbe es bei uns kein Weihnachten und kein Ostern. Wir würden keines eurer allerwichtigsten Feste feiern. Wir würden nicht einmal wissen, dass es diese Feste gibt."

Keine Weihnachtsgeschenke! Keine Ostereier!

Was soll das mit Pfingsten zu tun haben? Sandra und Thomas wundern sich nur.

"Pfingsten trafen sich die Freunde Jesu. Da schickte Gott sie in alle Welt, um allen Menschen von Jesus zu erzählen. Die Freunde nannten sich nach ihrem Herrn Jesus Chri­stus. Sie nannten sich Christen. Sie erzählten überall von Jesus. Sie erzählten, dass er in einem Stall geboren wurde und später am Kreuz sterben musste und dass er der König der Welt ist."

"Deshalb gibt es Weihnachten und Ostern bei uns?" fragt Thomas mit großen Augen.

"Ja!" lacht die Mutter. "Seitdem gibt es viele Menschen auf der Welt, die Christen heißen, bei uns, in Italien, in Schwe­den, in Amerika, in Afrika, in Australien, in Asien ... überall auf der Welt!"

Jetzt fragt Sandra: "Woran erkennt man denn, dass sie Christen sind?"

"Sie sind getauft", sagt die Mutter. "Sie gehen zur Kirche, sie feiern all die christlichen Feste, die an Jesus Christus erinnern, zum Beispiel Weihnachten und Ostern."

"Und ohne Pfingsten gäbe es bei uns kein Weihnachten und kein Ostern?" fragt Sandra noch einmal. Als die Mutter nickt, meint sie: "Dann ist Pfingsten doch ein ganz schön wichtiges Fest!"

"Ja, Pfingsten hat alles einmal angefangen!" sagt die Mut­ter. "Die Freunde Jesu zogen in die Welt hinaus und er­zählten von ihrem Herrn."